Ehrenstrafen waren eine soziale Sanktion, welche sozusagen vom Volk vollzogen wurden. Um Jemanden an seiner Ehre zu greifen, brauchte man ihn eigentlich nur öffentlich vorzuführen, zu demütigen oder aus der Gemeinde auszuschließen. Diese Art der Bestrafung hatte im 12. und 13. Jahrhundert eine besondere Beliebtheit erreicht und ist bis in das 18. Jh. nachweisbar. Die Voraussetzung, dass diese Strafe hohe Wirkung zeigte, lag in der relativ geringen Größe der Gemeinden. Städte mit 1000 Einwohnern waren schon groß, so dass jeder jeden kannte. Jeder wusste also, welchen Nachbarn die Schande traf.
Da das gemeine Volk ja nicht lesen konnte, wurde dem Augenzeugen ein Gleichnis mit einer Maske geschaffen. So kommen in den Masken unsere Fabelwesen zum Einsatz. Der Hahn steht für Eitelkeit und das Schwein für schweinischen Lebenswandel. Jeder Ort hatte seine eigenen Masken entwickelt. Große Ohren stehen immer für alles Hören, große Augen für alles Sehen und ein großer Mund spricht alles aus. Entweder führte der Stadtpfeifer den Sünder mit Maske durch die Stadt und rief aus, was dieser getan hatte oder er wurde nur einen Tag an den Pranger gekettet.
Wollte man einen bleibenden Eintrag in das Sündenregister eines Meschen erwirken, konnte der Rechtssprecher eine besondere Maske anwenden. Diese wurde in die Glut eines Feuers gelegt, so dass der Bereich der Nase glühend war. Später sah man dann auf ewig, dass sich jemand an irgendetwas die Nase verbrannt hatte. Verbrecher erkannte man im Stadtbild oft an fehlenden Ohren, Brandmarkungen oder anderen Entstellungen. Was den Lebensweg eins solchen Menschen nach eines solchen Mißhandlung hin zur Unterwelt festlegte. Die Verbrennung der Nasenspitze hatte bei den Schandmasken eher eine untergeordnete Bedeutung.
Ich möchte hier auf meine Politsatire aufmerksam machen und Sie bitten, sich daran zu beteiligen. Denn ich weiß, solche Aktionen haben eine Wirkung, wenn sie in das öffentliche Bewusstsein gelangen.