Was ursprünglich als Eintrittskarte in die stadteigenen Spielhöllen Venedigs gedacht war, wandelte sich im späten Mittelalter zu einer Art Tracht.
Diese Maske bewirkte eine gewisse Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau.
„Signor Maschera“ wurde jeder mit einer Maske gewandeter Mensch in Venedig bezeichnet.
Es war lediglich an etwa 10 Monaten des Jahres gesetzlich erlaubt Masken zu tragen. Die Unterbrechung lag an einer Rücksichtnahme der Venizianer, welche der katholischen Kirche bei einigen Feiertagen entgegen kamen. Auch soll es Schwankungen in der Länge der maskenfreien Zeit gegeben haben. Der Karneval hat mit dieser Verkleidung wenig zu tun, denn er ging maximal 5 Wochen im Jahr. Inwieweit diese Tracht möglicherweise sogar von der Feiertags bedingten Unterbrechung ausgespart blieb, entzieht sie meiner Kenntnis.
Die Tracht bestand aus dem Gesicht, einem Überwurf für den Hals, einem Hut, welcher "das Gesicht" an der Stirn mit einklemmte und einem Mantel.
Der Überwurf war meist aus Spitze oder Seide gefertigt. Er schützte den Hals und die Seiten des Kopfes vor dem Erkanntwerden.
Volto stellt den Gesichtsteil mit den Augenhöhlen dar. Ich nenne sie hier Larve.
Der Dreispitz - Hut wird auch Bauta genannt. Die geniale Kombination der Larve mit dem Hut ermöglichte auch ein Speisen, so dass in der Öffentlichkeit kein Stück der Vermummung abgelegt werden brauchte.
Napoleon vermutete wahrscheinlich unter der Tracht Widerstand gegen seine Besatzungstruppen. Er verbot die Maskenkultur Venedigs nach seinem Einmarsch im Jahr 1798.