Wer im alten Venedig Geld und Zeit hatte, konnte sich voll und ganz seinen Gelüsten widmen.
Ihm blieb die Wahl, in den Spieltempeln der Stadt zu spielen, zu huren oder andere Abenteuer aufzutun. Auch mit seinem Reichtum zu protzen war eine beliebte Möglichkeit des Zeitvertreibs. Dazu ging man in den Abendstunden im Herzen von Venedig in den Laubengängen flanieren, machte Geschäfte und zeigte vor allen seinen Reichtum. Auf der anderen Seite des Kanals agierten andere Wohlhabende in der Tracht des Verrückten „Mattaccino“ sowie Parfümeierhändler.
Der Eierhändler in der Tracht des Teufels „Mattaccini“ bot Eier mit den sehr kostbaren Duftwässern den Narren zum Kauf an.
Eine wahrhaft teuflische Tätigkeit, denn die Eier dienten dem Schabernack. Die Verrückten warfen dann die gekauften Eier auf die reichen Gecken. Jeder Treffer eines solchen Eies unterstrich das Zuviel an Reichtum standesgemäß mit einem Zuviel an Duft. Dies war ein strafffreies Spiel, denn wer eine Maske in Venedig trug, spielte eine Rolle und war somit nicht zur Verantwortung zu ziehen. Jedenfalls nicht für die Freiheiten, welche die Maske dem Träger ermöglichte.
Dieser Schabernack wurde zu einer Massenerscheinung und viele Reiche fühlten sich von den Eierwerfern bedroht. So kam es wohl gegen die Stimmen der Eierwerfer im Jahr 1268 zu einem ersten Erlass gegen dieses Treiben. Etwa 400 Jahre später wurde das Problem geschickter gelöst, indem zwischen die Säulen der Laubengänge, welche die Laufmeile bildete, Netze gespannt wurden.
Das war eine sehr venezianische Problemlösung, welche am Lustprinzip ansetzte. Es machte keinen Spaß Eier zu werfen, wenn diese nicht ihr Ziel fanden.