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Pest

Begriffsfindung

Es gilt zu bedenken, dass die Menschheit im Mittelalter alle großen Seuchen als Pest bezeichnete. Ausgehend von dem lateinischen Wort „pestis“ was soviel wie ansteckende Krankheit bedeutet. Hier ist jetzt die Krankheit gemeint welche wir heute Pest nennen.

wissenschaftlich

1894 wurde der Pesterreger entdeckt. Durch Flohbiss eines Nagetierflohs konnte ein Mensch infizieren werde. Auch gelangte beim Kratzen an juckender Haut der Erreger mit dem Flohkot in die Haut des Menschen. Hatten Menschen bereits die Nagetierseuche konnte sich die Krankheit dann auch als Lungenpest über Tröpfcheninfektion von Lunge zu Lunge verbreiten.

Bobonenpest auch Beulenpest genannt

Die Beulenpest: Ihre Inkubationszeit beträgt 2 - 6 Tage. Gefolgt von hohem Fieber und Gliederschmerzen entstehen in der Leistengegend bis hühnereigroße Beulen, gefüllt mit Eiter sowie Flecken auf der Haut. Ein Aufbrechen der Beulen nach außen kann zur Heilung des Kranken führen. Die Sterberate beträgt etwa 35 %. Jedoch ging mit dieser Erkrankung sehr oft die Lungenpest einher welche immer tödlich verlief. Wurden die Beulen nicht geöffnet und geriet der Erreger in die Blutbahn bedeutete dies eben falls den Tod des Erkrankten.

Lungenpest auch der Schwarzer Tod genannt

Die Lungenpest: Ihre Inkubationszeit beträgt 1-2 Tage. Sie entsteht durch das Einatmen von infektiösen Tröpfchen der Atemluft andere Erkrankter. Sie ist am blutigen Auswurf und Atemnot erkennbar. Durch Sauerstoffmangel verfärbt sich die Haut düsterblau. Deshalb nennt man diese Pesterkrankung auch den Schwarzen Tod.

Abortive Pest

Ist eine schwache Pest mit mildem Fieber und geringen Lymphknotenschwellungen, welche zu einer lebenslangen Immunität führt.

Ursachensuche im Mittelalter

Arztmeinung

Die medizinische Fakultät der Universität von Paris machte im Jahre 1348 eine Planeten - Konstellation von Saturn Jupiter und Mars, welche in eine gewissen Konjunktion stünden für das große Sterben verantwortlich.

Konjunktion bedeutete in dem Fall, dass die Gestirne sehr dicht am Himmel beieinander standen. Dend in dieser Stellung der Gestirne würden üble Dünste aus dem Erdinneren gezogen, welche die inneren Organe der Lebewesen zerfressen würden. Der direkte Hauch eines Erkrankten bedeute dann den sicheren Tod. Diese Erklärung wurde als allgemeingültige Lehrmeinung von den europäischen Ärzten der damaligen Zeit übernommen.   

Glaube

Die Menschen versuchten sich vor der Erkenntnis der Ursachen der Erkrankung in den verschiedensten Erklärungen für das großen Sterben. So wurde Pest als Strafe Gottes für die angeblichen Sünden der Menschen als Ursache benannt. Dieser geförderte Irrglaube verstärkte den Einfluss der katholischen Kirche auf Weltpolitik. Andersgläubige wie die Juden (Gottesmörder) wurden als Brunnenvergifter verdächtigt, was oft einen Anlass für Pogrome lieferte.

Pandemie im Mittelalter

Die verheerendste Pestwelle des europäischen Mittelalters kam aus Indien oder China. Von den in der Krimregion Krieg führenden Tataren übertrug sich die Seuche auf die in einer Stadt eingeschlossene Christen. Es war durchaus üblich, die an Seuchen gestorbenen Mannen eines Heeres in Form einer biologischen Waffe einzusetzen, indem man diese ins Lager der Feinde beförderte. Erwiesen ist, dass christliche Kaufleute im Jahr 1346 während der Belagerung durch die Tataren aus der Stadt Kalfa nach Konstantinopel und Messina (Italien) flohen. Die Schiffsladungen brachten infizierte Ratten und deren Flöhe in ein für die Ausbreitung hervorragend geeignetes Gebiet mit. Die Ausbreitung übernahm unfreiwillig die europäische Wanderrate sowie Flüchtlinge aus den jeweiligen Seuchengebieten.

30% der rund 25 Mill. Menschen Europas erlagen innerhalb von 5 Jahren dem schwarzen Tod. 1361-1362 kam die 2. Welle, welche als Kinderpest bezeichnet wird, weil vor allen die Kinder starben. Denn jeder, der die Pest einmal überstanden hatte war ein Leben lang immun gegen Ansteckung.

Die Seuche wurde ein Teil der europäischen Lebensrealität des Mittelalters und der Neuzeit.

Vor allem bei Kriegen, wenn viele Menschen eng bei einander auf den Feldern hausten und dazu direkteren Kontakt zu den Nagetieren wie Mäusen, Eichhörnchen und Ratten hatten, blieb die Seuche eine ständige Gefahr. Auch die Städte mit ihrem Unrat und den hygienischen Bedingungen, welche entstanden waren, schwebten ständig in der Gefahr eines Aufflackern der Pest.

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